Nachdem wir den Trip so langsam verdaut haben, können wir zurückblicken. Eventuelle Rechtschreibfehler sind zu entschuldigen.. Das Rennen spukte schon lange in unseren Köpfen, viele Höhenmeter bergauf und noch mehr bergab! -das muss doch unser Ding sein, genau das was wir können-so dachten wir. Aber eine einfache Entfernung vn 1300 Kilometern und überhaupt einen Startplatz zu ergattern schien erst einmal eine zu große Hürde zu sein. Das änderte sich mit unserem neuen Gabelsponsor SR Suntour. Kurzer Kontakt mit der Organisatorin, und schon waren wir zu Mitfavoriten erhoben und der Startplatz in der ersten Reihe sicher. Was solls dann machen wir halt mal ne kleine Reise nach Frankreich..das Ganze wandelte sich dann zu einem 4 tägigen Männertagstrip nachdem Dani verletzungsbedingt zuhause blieb. Gestartet wurde also am Donnerstag pünktlich um 17:00 Uhr, geplant war natürlich gegen Mittag los zu starten, aber die ersten Hindernisse taten sich bereits auf..Alex hatte etwas die Packzeit unterschätzt und Lutz versuchte sich noch den Badschrank in den Kopf zu schieben was zu eingen Millimetern auch klappte. Die resuktierende Wunde musste ersteinmal mit 3 Stichen genäht werden, sollte aber nicht weiter stören. Man bemerke, das passierte noch ohne den in Deutschland üblichen Männertagspegel.

Soweit so gut kurzerhand musste natürlich noch ein Daniersatz gefunden werden. Carsten von Veloheld bot sich aufopferungsvoll an, allerdings musste dann wiederrum ein Carstenersatz gefunden werden da er ja eigentlich als Betreuer eingeplant war. Aber auch das war schnell erledigt, Tom sprang als Betreuer ein und hoffte auf ein paar sonnige Tage in Nizza, da wusste er natürlich noch nicht das wir nur ca 3 Stunden in Nizza sein werden (und zwar zum Zieleinlauf). Aber dazu später.

Nachdem wir also pünktlich mit 3Stunden verspätung gen Suden starteten, sammelten wir noch Tom in seiner bescheidenen Behausung in Bayreuth ein. Die Skates die Tom zum Zeitvertreib mitnahm zeugten weiter von dem Gedanken an ein cruisen an der Promenade..

Wenige Stunden später nach Tankstopp und Einkehr bei den obligatorischen Rastgelegenheiten verließen wir Europa (zumindest den der auch Europa sein will) Ja, wo wollen sie hin? Antwort: Mountainbikerennen bla bla.. , und dann kam sie die Fangfrage, die uns bestimmt zum ausladen genötigt hätte-zumindest bei falscher Antwort: Zum Weltcup? (Nee natürlich nicht denn der wäre ja in Albstadt..) also einfach weiterfahren und hochstpeinlich auf die Geschwindigkeit achten sonst wirds teuer. Nach einigen lustigen Gedankenspielen und Wortwitzen wie denn die Antworten bei so einer Grenzkontrolle auch ausfallen könnten und wie die Konequenzen wären (z.B. geht sie doch nichts an! ect.) kamen wir auch schon in unserem Zwischenspiel Bern an. Und da müssen wir natürlich noch einmal den besten Dank an Thomas und Gerdi schicken da sie uns ihre Wohnung so selbstlos überlassen haben. Wer würde schon gern seine Wohnung 5 Männertagsgästen..naja alles gut. Nachdem wir uns also kurz kultivierten und alle gegebenen Gebote missachteten legten wir uns zur Ruhe, um Kraft zu tanken für die vermeindlich kurze Fahrt am nächsten Tag.

Frühstück und Morgensport äh spott waren dann schnell erledigt, noch alle Spuren verwischen und los gehts. Das ganze natürlich wieder püktlich um 11Uhr. Aus dem bereitgestellten Sachen von Thomas, die er zum Verkauf freigegebnen hatte (quasi garage sale in der Wohnung) konnten wir leider nichts gebrauchen. Wer also noch Langlaufschuhe und Skihelme brauch meldet sich einfach bei Thomas..Laut geplanter Route sollten wir lediglich noch 600 Kilometer in etwas mehr als 6 Stunden zurückzulegen haben. Ziel irgendwo in den Französischen Alpen laut Alex nur 50 Kilometer vom Startort entfernt (leider ins Landesinnere also tiefer in die Alpen) das sollte uns einige unvergessliche Momente bescheren. Die ersten Kilometer durch das Alpenland verliefen recht unspektakulär, nur unterbrochen von einigen Wegelagererposten. Die sich dann wieder zurück im richtigen Europa noch etliche Male wiederholten und die Debatte über eine Ausländermaut in Deustchland anheizte. Dann führte uns die Route von den mit den Wegelagerungsgeldern gut ausgebauten Autobahnen in Richtung Seealpen (also kurz hinter Turin mal rechts abbiegen Richting Cunego ach nee Cuneo naja Macht der Gewohnheit- verstehen nur Insider). Der kurze Stopp im Italienischem Einkaufszentrum brachte uns dem südländischem Flair schon endlich näher, Espresso für 1,50 und Eis mit der Spachtel..die Richtung stimmte also.10295670_10152452344581287_3231021798667038359_n

3h 30min und 200km da sollte noch was kommen- soviel war klar, aber es kam noch anders. Die Temperaturen waren auch noch bei 25°.Los gings in die Berge. Anfangs noch gemächlich ohne Probleme, das Wetter da oben schien allerdings etwas weniger mild zu sein dunkle Wolken und Regen soviel war klar. Und Regen geht schnell mal in Schnee über, das stellte sich dann später raus. Und da war er der Moment!, man kennt ihn.. es darf nicht sein, ist aber so..egal wie sehr man sich wünscht es wäre nicht so..bei uns hieß das: beim Abbiegen auf “den” Pass der uns ins Ziel bringen sollte prangte ein rotes Schild: chiuso! nee ne?

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Natürlich fällt im so einem Moment auch das Navi aus..zum Glück gibts Smartphones. SO! dann fahren wir halt den nächsten Pass und nehmen die 100km Umweg in Kauf. Nach zahlreichen Kurven und Kurven kamen wir sogar auf dem ersten Pass an, und damit auch in Frankreich. Die Fahrzeit blieb gefühlt die nächsten 2h bei 2h Fahrzeit stehen. Die Strassen wurden immer enger die Kurven wurden immer enger, die Schluchten immer teifer, die Begrenzungsmauern immer kleiner, brüchiger oder nicht mehr vorhanden. Der gewählte Pass wurde immer abenteulericher aber auch wunderschön, obgleich wir uns schon darauf gefasst machten im Schnee stecken zu bleiben oder auf Schotter weiterfahren zu müssen. Aber auf der Passhöhe lichtete sich der Nebel und gab den Blick auf die majestätische Landschaft preis und der Himmel klarte auf..Balsam auf die Travelerseele.

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Aber immer noch 100km und 2h! verdammt, und Kurven. Im hinteren Abteil (den hinteren Sitzplätzen) spach man dann auch dem Fahrer jegliche Fähigkeiten Geschwindigkeiten und Risiken einzuschätzen ab. Die Kurven und Abhänge daneben sind von hinten eben noch etwas bedrohlicher. Nach etlichen “ahh die macht zu!” Rufen kehrte dann irgendwann Ruhe ein und die Strecke neigte sich dem Ende. Zeil 2 ein kleiner französischer Skiort der als Zwischenstation fungierte war erreicht. Aus den geplanten knapp 6 Stunden sind dann doch 10 Stunden geworden..ein Roadtrip eben- unvergesslich. Nach entspannter Nacht noch kurz die Bezahlung im Hotel geklärt: “ja der Mechaniker hat im Bus schlafen (appartment für 4 Personen) die erklärung von Alex dazu: he is a loosing guy..” natürlich hat keiner im Bus geschlafen..aber für eine 3qm Buchte noch nen Aufpreis zu zahlen fanden wir nicht angemessen.

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Tag 3 nur noch 60 Kilometer bis in den Startort..aber 1h 30 min..da kommt noch was..und es kam was: “die macht zu!!!” viele Male und Tom durfte das erste Mal ans Steuer um sich einzugewöhnen. Tausch VW Polo gegen VW Caravelle klappte dann auch ohne Probleme. Und wir kamen endlich an.. sogar noch Mittag.

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Anmeldung und Hotel alles super, Startplatz in der ersten Reihe sicher. Laufradwechsel nur unter Zeitstrafe erlaubt..brauchen wir ja eh nicht dachten wir. Nach kurzen Plausch mit Scott Ingenieur und Mitfaforit Paul Remy schien auch die Radwahl ganz gut (komisch nur wenn einer sagt: ja Genius is perfekt, aber selber auf einem Spark sitzt…naja erst mal auf Nummer sicher gehen..). Bevor es auf den Trail ging noch die Räder feintunen und dann zeigte die Strecke schon mal was uns erwartet.

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5km 500 hm ok das fühlte sich mit dem Genius schon etwas schwerer an, aber die Kurze Abfahrt die viel Flow hatte relativierte das wieder..alles richtig gemacht..und Carsteb schwebte so langsam vor wie er am nächsten Tag sein Hardtail über die Strecke prügeln wird (oder das Rad ihn). Dank Crankbrothers Kronolog Stütze schien es aber machbar. Nach dem Abendmahl im Hotel in dem wir vergeblich versuchten uns an die Geräuschkulisse der Italiener und Franzosen anzupassen, ging es zeitig ins Bett. Wecken um 4! Essen um 4:30 (es gab natürlich nicht viel) Start zum Start 5Uhr um 5:30 in die erste Reihe gerufen zu werden. Startschuß um 6! Zumindest würde es langsam hell und das Wetter spielte mit. Die 7 Grad fühlten sich natürlich schon etwas kühl an..aber es sollte gleich warm werdenm zumindest teilweise. Ob die Favoritenrolle und erste Reihe  gerechtfertig sind?- die Einheimischen müssen sich die ersten Startpositionen hart erarbeiten, aber Moment mal 3Tage Anreise das reicht ja wohl völlig um vorn zu stehen! Und vielleicht reichts ja für ne Platzierung unter den Top 10…

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So los gings also bei 5…kennt man ja..50hm die Skipiste runter und dann in den Gegenhang! 5km 500hm da wurde das Genius mal ordentlich hochgeprügelt, Lutz vornweg, Alex und Floh im Zugzwang dahinter..am ersten Zwischengipfel siehts noch gut aus Top 10. Erste Abfahrt leicht schlammig alles easy, schnell vorbei. Dann der nächste Anstieg um auf das Dach der Strecke zu kommen um 7 Uhr auf 2100 Meter höhe hochzustrampeln und den Sonnneaufgang zu betrachten und in der Ferne das Ziel Nizza und das Meer zu sehen ist schon etwas “episch”. Auf jeden Fall die Strapazen wert, und jetz gehts ja erstmal 1000hm runter..Die Drei (Lutz, Floh und Alex) lagen fast gelichauf in Top 10 Positionen als das Unheil seinen Lauf nahm. Gleich nach den ersten Tiefenmetern schlitzte sich Floh den Reifen auf. Alex half noch kurz bei der Reperatur, Lutz fuhr weiter. In der Abfahrt ging es über zwei drei kurze Schneepassagen mit Steinblöcken. Dort musste Lutz kurz unfreiwillig vom Rad das schellend auf den Steinen zum liegen kam. Lutz fing sich etwas ungünstig mit dem kleinen Finger ab. Anfangs noch unmerklich durch die kalten Finger konnte er den Lenker nicht mehr richtig halten. Die Abfahrt offenbarte dann den wahren Charakter der Strecke: steil steinig glitschig..irgendwie so gar nicht was wir so gewohnt waren, aber man sollte sich ja nach der ersten Abfahrt daran gewöhnt haben. Wenn man sie denn schafft. Alex  und Floh stürmten nach Vollbrachter Reperatur weiter. Und bei Lutz machte sich langsam die Erkenntnis breit das die Strecke ihr erstes Opfer gefordert hat. Die Tragepassagen und selbst die Abfahrten wurden zur Tortur. Die Gefahr bei nicht 100%er Kontrolle in den nächsten Abgrund zu stürzen schien recht hoch.

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Alex stürmte an Lutz vorbei und befand sich von da an im Vorwärtsdrang. Bei Floh hielt das eingelegte Riegelpapier nicht sehr lang und es musste durch einen Ärmling ausgetasucht werden, der wiederrum auch nicht lange hielt. Naja nachdem der dann auch auf der Felge noch schneller war als die Leute im hinteren Feld und sich etliche Staus bildeten gab er entnervt auf. Im Tal wartete auch schon Lutz der keinen Lenker mehr halten konnte..ausser Spesen nix gewesen..dachten die Beiden. Tom hatte so nur noch 2 Eisen im Feuer zu versorgen. Das klappte ziemlich gut mit Wendemanövern auf 2m breiten Passstraßen.

Alex kämpfte sich tapfer durch und sehnte jedes Stück Staße und Schotterweg herbei..vergebens, meist ging es über Gerölltrails bergauf und bergab..es wurde eigentlich immer schlimmer, sagte er..unbeschreibliche Ziegenpfade senkrecht in den Himmel…Und tatsächlich er zog durch und holte sich einen überragenden 19 Platz nach über 7 Stunden Fahrzeit. Und auch Cartsen kämpfte sich wacker durch auch wenn er mit seinem Hardtail etliche Laufpassagen zu bewältigen hatte. (die 2 Stürze von Alex und Carsten gehören ganz natürlich dazu und müssen nicht weiter erwähnt werden..) Alles in allem DER WAHNSINN…nächstes mal müssen wir uns jedenfall mehr Zeit nehme um uns zumindest etwas auf die Streckenverhältnisse einzustimmen..und ein leichte Fully ist ein Muss..

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Ziel war übrigens direkt an der Strandpromenade in Nizza, so hätte Tom also doch noch ne Runde mit den Skates drehen können..wenn er nicht auf das Auto hätte aufpassen müssen..( an dieser Stelle noch mal Besten Dank an Tom der uns super unterstützt hat und sich das vielleicht etwas anders vorgestellt hat mit NIZZA…)nach einem kurzen Bad im Mittelmeer ging es dann auch schon wieder los! Roadtrippin!

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Ein kleiner Städtetrip: Nizza-San Remo- Monaco- und zu guter Letzt ne Pizza zu Abendessen in Mailand..so sah die Rückreise aus. Recht zügig rollten wir dann pünktlich um 6 Uhr in Chemnitz ein..Topfit für die Woche..4 Tage Männertagstour beendet..

We well be back- vielleicht …auf jeden Fall irgendwie das härteste Rennen das wir gefahren sind!