Definitiv mit das härteste Etappenrennen das Europa zu bieten hat!

Die Veranstalungsvideos und die Erzählungen von Dani, Torsten und Alex aus dem Vorjahr ließen uns schon erahnen, das das kein Kindergeburtstag werden würde und es sollte so kommen wie wir es uns vorgestellt hatten, nur noch härter.

Da Dani leider kurz vor Abfahrt durch eine Erkältung dahin gerafft wurde, nahmen nur noch David und Lutz die Reise ins Polnisch Tschechische Grenzgebiet jenseits des Riesengebirges in Angriff. Unterwegs wurde noch “Gelegenheitsbiker” Manu eingeladen der auch seinerseits harte Tage erleben sollte. Zielgebiet war das tschechische Städchen Teplice nad Metuji eingebettet in einen kleinen Gebirgszug zwischen Riesengebirge und Sudeten, mit maximalen Höhen um die 900m die von ca. 500 Höhenmeter angefahren werden können. Das besondere in dieser Region sind Sandsteinformationen ähnlich der sächsischen Schweiz- sehr hübsch!

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Panorama

Nach relativ unspektakulärer aber dennoch langwieriger Fahrt über aberkurvige polnische Landstraßen und einem 2,20m breiten Grenzübergang, den unserer Bus knapp passierte kamen wir 3h vor Prologbeginn am Donnerstag an. Wie immer Nummern und Startertüte holen und erst mal grob orientieren. Alles sehr überschaubar im Örtchen und ganz auf Tourismus getrimmt. So konnten wir nachdem wir uns gegen eine Streckenbesichtigung entschieden hatten, da wir uns die Körner für die restlichen Tage sparen wollten, einen Pallatschinken mit ordentlich Sahne genehmigen. Wohlwissend das das natürlich nicht die beste Wettkampfnahrung ist, aber vor lauter Langeweile macht man halt auch mal den ein oder anderen Quatsch. Die Zeit ging dann doch recht zügig voran und eh wir uns versahen war die Startzeit für den Prolog schon ran und die Einfahrzeit fiel recht kurz aus. Die Zahlen ließen schon erahnen das es Spass machen würde. 12 km und vorrausichtlich um die 45 min schienen einen hohen Trailanteil zu. Voll im Strom startete Lutz voll durch und bog gleich bei der ersten möglichen Kurve falsch ab…sowas von dämlich..als er Gegenverkehr bekam, wurde er stutzig..zurück zum Start und um einen Neustart betteln- zum Glück ließ man ihn erneut starten. Diesmal schaltete er dann auch mal das Gehirn mit an und siehe da, die Strecke war mit blauen Pfeilen auch gut ausgeschildert. Kurz hinter Lutz ging dann auch David auf die Reise. Zäh den ersten Berg hinauf und dann begann der Spaß, ein geiler Trail folgte dem nächsten. Im Crosscountry bzw. Enduromodus flog Lutz die Abfahrten herab und etwas langsamer die Berge wieder hoch. David hatte ähnlich Spass. Das lustige an diesem Rennen ist halt, das die Abfahrten gleichzeitig die Wertungsprüfungen der Endurokategorie sind- vergleichbar schwierige Abfahrten sind wir bisher nur im Crosscountry oder eben Endurorennen gefahren- da heisst es also gutes Augenmaß und man sollte wissen was man kann und wann man lieber absteigt. Aber Prolog 100% fahrbar.

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Prolog Masters 1

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Fastest Bike Scott Spark der ideale Begleiter für die 4 Tage

Im Ziel dann konnten Lutz und David zufrieden sein. Lutz holte sich die 3 beste Zeit und den Sieg in der Altersklasse. So war zumindest schon mal ein Podiumsplatz geschafft. Nach einem kleinen Salatsnäck und der Siegerehrung die mit einer Kirschschnecke versüßt wurde ging es in die Unterkunft die ein paar Kilometer weiter weg war. Das 8 Personen Haus ließ für die 3 Mann natürlich keine Wünsche offen, Panoramaterasse inclusive.

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Treibstoff

Waren die Temperaturen am Donnerstag noch erträglich sollte es am Freitag ordentlich anziehen. Startzeit 9:00Uhr. Halbwegs ausgeschlafen stellte man sich am Start auf. Ziemlich entspannt ging es los und ohne großes Gerangel reihte sich Lutz an zweiter Position im ersten Trail ein, David etwas dahinter. Alles deutete auf eine lockere Tour hin, denn auf der ersten Abfahrt klaffte auch schon ein kleines Loch. Die ersten Kilometer in der Spitzengruppe ließen es alle recht gelassen angehen, ehe es in den ersten langen Berg ging. Lutz und David ließen die ersten wohlwissend, das da noch etwas kommt ziehen. Nach den ersten krassen Abfahrten schienen beide in ihrem Element zu sein.

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David und Lutz am Start der 1. Etappe Foto: MTB Trilogy

Das änderte sich zumindest bei Lutz schlagartig. Bereits nach 2h und 30 von 70 km stellten sich erste Krämpfe ein. David zog auf und davon. Lutz drosselte das Tempo und versuchte im Überlebensmodus bis ins Ziel durchzuhalten. Leicht gesagt bei nun mittlerweise deutlich über 30 Grad und noch 40km mit etlichen Höhenmetern im kommen. Die krassen Abfahrten verhinderten dabei ein völliges Einbrechen und nach hinten druchreichen. Die Abfahrten waren dabei so steil das man manches nur mit viel Mut bewältigen konnte. Zwar litt auch David am Ende in der Hitze brutal aber er rettete den 3. Rang in der Masterswertung ins Ziel. 2. Podium -also voll im Plan. Lutz dagegen erreichte nach 3h im Überlebensmodus völlig erschöpft und 20min nach David das Ziel.

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1. Etappe Masters 1

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Lutz und David auf dem Grenzweg 3. Etappe Foto: MTB Trilogy

Puh was war das denn? Total raus nach einem Tag? Die ersten Tage sind ja meist nich so gut aber das hatte noch einmal ne neue Qualität. Das Tat der guten Stimmung keinen abbruch da die Strecke einfach Hammer war!

Tag 2 musste dann etwas ruhiger angegegangen werden. David wahrte allerdings noch seine Chancen in der Gesamtwertung. Lutz verbrachte den Tag “back in the pack” und ließ es nur auf den Abfahrten krachen, die Gesamtwertung war eh hin. Die 2. Etappe war unterdessen etwas leichter und die 70 km rollten etwas leichter, dh. es war auch mal die ein oder andere Straße mit dabei. Aber die Abfahrten wie gewohnt der Hammer.

Die Temperaturen wurden aber am Nachmittag langsam unerträglich und der Sonntag sollte mit knapp 80km und 3000hm noch ein mal der Burner werden. Lutz hatte sich wieder etwas erholt und rollte ersteinmal mit den Führenden mit. David brauchte eine Weile ehe der Diesel richtig an ging. Nachdem beide den steilsten Downhill der Strecke auf allen vieren rutschend (einfach unfahr und unlaufbar) gemeistert hatten. Blies David zum Sturm auf die Gesamtwertung. Lutz konnte bei der Hitze nicht mitgehen. Nach weiteren supersteilen Abfahrten direkt auf der polnisch tschechischen Grenze fehlte bei David nicht viel auf den 3. der Masterswertung. Auch Lutz kam ganz ordentlich durch, nachdem es sich nach einem Gewitterguss auf unter 30Grad abgekühlt hatte.

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Start 3. Etappe Foto: MTB Trilogy

Als Gesamt 6. (David) und Gesamt 13. (Lutz) waren die beiden natürlich nicht ganz zufrieden, aber irgendwie lief es nicht Rund, wieso auch immer, die Hitze war sicher nur ein Faktor. Die Strecke hätte ja eigentlich nicht besser sein können- auf die paar Straßen und Schotterstraßen freute man sich regelrecht nach den harten Abfahrten.

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Belohnung für die harte Arbeit im Prolog

Fazit: Absolut geniale Veranstaltung, mit viel Liebe gemacht, ein eingespieltes Team, absolut krasse Strecke für richtige Mountainbiker, top Verpflegung mit Flaschentausch und Zielverpflegung, faires Startgeld, günstige Unterkunft -absolut zu empfehlen. Und wem das ganze etwas zu hart ist für den gibt es auch eine abgespeckte Variante mit jeweils nur 50km am Tag oder eben die Endurowertung, die allerdings wohl noch härter ist, da ja die gesamte Marathonstrecke bewältigt werden muss.