Heut unser nächster “Neuer” Tom. Auch Tom startet dieses Jahr wieder zeitig in die Saison. Bevor er nach Afrika losfliegt hat er uns kurz noch ein paar Zeilen geschrieben. Im März geht es dann scharf! Die Cape Epic steht im Rennkalender der Scott-Generation, schon mal viel Erfolg im vorraus von Uns!

Tom auch Du bist neu im Team, wie kommts? Mit dem Team habe ich schon lange geliebäugelt. Beworben hatte ich mich bisher aber nie, da mir klar war, dass der Fokus des Teams auf den großen Etappenrennen liegt und gerade die Transalp immer genau in der Prüfungsphase der Uni lag. Das erste Mal angefragt hatte ich vor 2 Jahren (allerdings etwas zu spät, das Team stand schon). Dann der 2. Versuch für die Saison 2014 und es hat geklappt. An der Stelle auch nochmal Mal ein großes Dank an das Team, für die Chance die ihr mir damit gebt. Bis jetzt bist du ja noch in keinem großen Team gefahren wie ist das so? Bisher bin ich ja wie gesagt nur für ein anderes Team gefahren und im Vergleich dazu, ist die Scott Generation auf jeden Fall professioneller organisiert. Es ist klar, was man für die ganze Saison an Material und Unterstützung bekommt. Trotzdem werden dem Fahrer bei seiner Rennplanung große Freiheiten gegeben. Was sagst du zu deinen neuen Teamkollegen? Top. Es war aber auch keine Überraschung, da wir uns alle schon Jahre lang durch den Mountainbikesport kennen. Wie sieht denn ein typischer Tagesablauf beim Studenten Tom so aus? Puhh, das ist so unterschiedlich. Gehe ich an dem Tag zur Uni, oder muss ich wie im Moment auf Arbeit, habe ich einen Ruhetag oder eine lange Trainingseinheit vor mir, oder 2 kleinere Einheiten am Tag? Auf jeden Fall vor 8 Uhr aufstehen… Egal was ansteht. Wirklich selten schlafe ich länger. Je nachdem wie viel Zeit ich dann habe, setze ich mich mit meinen gekochten Haferflocken vor den Laptop und schaue eine Folge Two and a half Men, The Big Bang Theory oder How I met your Mother. Je nachdem worauf ich gerade Lust habe.Dann geht es entweder zur Uni/Arbeit oder ich verdaue noch eine halbe Stunde und setzte mich dann aufs Rad.  Wie sieht denn dein Trainingsumfang in der Woche durchschnittlich aus?  Im Winter (Okt-Dez)  sind es 10-13h, in der Vorbereitung ab Januar können es dann auch mal 20h sein. Mehr als 25h trainiere ich auch im Trainingslager nie.Wie oft davon bist du auf dem MTB unterwegs? Im Moment fahre ich nur Crossrad, da mir das MTB für den Winter zu schade ist. Im Sommer dann eigentlich nur MTB. Evtl am Montag nach dem Rennen fahre ich 1h locker mit dem Crossrad auf der Straße. Was war denn deine längste Strecke die du mit dem Rad zurückgelegt hast?  245km, eine super schöne Straßenrunde in Südafrika. Hast du ein Lieblingsrennen, und wieso? Das ist schwer zu sagen. Wenn man danach geht, bei welchem Rennen ich jedes Jahr immer wieder am Start stehe, dann ist es wohl der Ischgl Ironbike. Warum genau kann ich auch nicht sagen. Mir gefällt die Region dort einfach enorm gut. Ischgl ist das TOP Ziel für einen Bike-Urlaub und das lässt sich dann eben mit dem Ironbike verbinden. Ob der Ironbike deswegen mein Lieblingsrennen ist, kann ich nicht 100% sagen. Eher ist es ein Rennen in Südafrika. Das ist eine ganz andere Art des Mountainbiken dort à natürlicher, wilder, aufregender, rauer, härter und unglaublich schön. Das muss man einmal erlebt haben. Bereits im letzten Jahr warst du ein halbes Jahr in Südafrika, und hast am Cape Epic teilgenommen, wie war das? Was ist das Besondere am Cape Epic? Beeindruckend zu sehen, was für ein organisatorischer Aufwand vom Veranstalter dahinter steckt. Für die Fahrer ist es ein extrem anspruchsvolles Rennen. Es gibt kaum Streckenabschnitte, auf denen man sich erholen kann. Es holpert fast immer. Genau das macht das Rennen auch so anspruchsvoll. Die Anstiege sind nicht so lang wie in den Alpen, aber oft sehr steil, auf lockerem Geröll oder tiefen Sand und das auf Strecken von bis zu 140km. Dazu kommen die Übernachtungen im Zelt, die der Regeneration nicht wirklich förderlich sind. Aber das gehört einfach dazu und macht es so abenteuerlich.Dieses Jahr geht’s schon wieder dahin. Südafrika hat es dir angetan. Was fasziniert dich daran? Die Landschaft, das Wetter und die Leute.

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Mit wem nimmst du dieses Jahr teil und was hast du dir für die diesjährige Ausgabe vorgenommen? Ich fahre wieder mit Rick Reimann aus der Schweiz. Ich bin über Andi Weinhold mit ihm in Kontakt gekommen. Ein junger und brutal schneller Kletterer. Im letzten Jahr hat er mich in den Anstiegen oft an meine Grenzen gebracht. Wir sind sehr ausgeglichen und es gab kaum Momente, wo der eine auf den anderen warten musste. Meine Vorbereitungen für die diesjährige Ausgabe liefen bisher alles andere als optimal. D.h. es wird schwer den Leistungsstand aus dem letzten Jahr zu erreichen. Trotzdem wollen wir beide auf jeden Fall in die Top 20 fahren. Und bis zur Cape Epic ist es ja auch noch genug Zeit.Du hattest letztes Jahr mit Kniebeschwerden zu kämpfen? Woran lags? Jetzt ist hoffentlich wieder alles im grünen Bereich? Es hatte alles im März mit einem Sturz angefangen. Dieser führte zu einer Reizung der Knochenhaut an der Kniescheibe. Offenbar ist das nie richtig ausgeheilt und nach der Saisonpause im Oktober kam es wieder zurück. Das hat sich jetzt ewig hingezogen, bis ich Anfang Januar dann beim richtigen Arzt war, der mir auch helfen konnte. Die Reizung scheint weg zu sein. Aber da ich bis dahin beim Training das linke Bein bewusst oder unbewusst entlastet habe, hat sich die Muskulatur etwas zurückgebildet und die Kniescheibe wurde wohl nicht mehr richtig geführt, was wiederum dann zu einer leichten Entzündung der Patella Sehne geführt hat. Mit speziellen Übungen baue ich die Muskulatur des linken Oberschenkels wieder auf. Bisher sieht alles gut aus und ich habe das „okay“ vom Arzt bekommen, dass ich nach Südafrika fliegen kann. Auf welchen Erfolg bist du besonders stolz und warum? erstens auf den 16. Rang Herren Cape Epic 2013 à damit hatten wir einfach nicht gerechnet. So ein hartes Rennen, so starke Konkurrenz, das war ein Hammer, Zweitens der 7. Platz in Clarens bei der UCI Marathon World Series à warum? Damit habe ich mich für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Lieber kurz oder lang? Lang, wenn auch nicht zu lang. Wobei die Salzkammergut Trophy würde mich auch mal reizen. Was isst du denn so an einem druchschnittlichen Tag? Früh: gekochte Haferflocken mit frischen Früchten, dazu einen Ingwertee Mittag: Pasta, Fisch oder Fleisch mit Beilage Abends: Brot mit Honig oder einen großen Salat (da habe ich einige leckere Rezepte) à vielleicht sollten wir auf der Teamseite eine Kochecke einrichten mit den Lieblings-Rezepten der Fahrer J  Was sagt die Fan-Gemeinde dazu? Brauchst du Nahrungsergänzung? Welche? In der Regel nein. Man sollte das alles über eine ausgewogene Ernährung ausgleichen. Hardtail oder Fully? Südafrika wäre ein Fully ratsam, für die Rennen in Europa reicht ein Hardtail. Was war dein erstes richtiges Rad? Was ist ein „richtiges“ Rad? Könnte ein Giant gewesen sein. Zumindest habe ich darauf mit dem strukturierten Training angefangen. Mein erstes Rennen bin ich glaube auf einem Specialized gefahren.

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Was verbindest du mit den Scott Bikes? Schon mal eins gefahren? Ich wollte schon immer ein Scott haben, war durch meinen Verein aber immer an Giant gebunden. Dann habe ich mein erstes Scale bekommen, ein Traum, doch dann kam doch tatsächlich dieser 29er Trend. Nach nur einem Jahr Scott, war ich dann durch mein neues Team ab 2012 auf FRM unterwegs. Doch nun endlich wieder ein Scott und dann noch als 29er, besser geht es nicht. Wieso MTB? Sport oder Lebenseinstellung? Eindeutig MTB als Sport und Lebenseinstellung. Es ist einfach toll sich so frei bewegen zu können (auch wenn dies von einigen Vereinigungen versucht wird einzuschränken). Mir fallen nur wenige Sportarten ein, wo man so viel erleben kann. Auf dem Bike kann man in kurzer Zeit große Strecken zurücklegen, das ist einfach toll. Ich denke ähnliche Erfahrungen lassen sich nur noch beim Trailrunning, Paragliding oder Skitouren machen. Bei welcher anderen Sportart sieht man schon so viel von der Natur? Und nebenbei lernt man ständig neue nette und interessante Leute kennen. Deine Trittfrequenz am Berg? eher kraftorientiert à um die 80 Umdrehungen würde ich schätzen. Lieber Warm oder Kalt? Definitiv warm. Bergan oder Bergab? Definitiv Bergan, auch wenn das Bergab immer besser wird. Ich arbeite dran und werde mir von den Enduro Fahrern im Team ein paar Tipps geben lassen. Was willst du unbedingt noch einmal mit dem Rad machen? Brazil Ride, LesothoSky und noch weitere Etappen-Rennen, die ich noch nie gefahren bin. Wie sehen deine Sportlichen Ziele für 2014 aus? Meine erste Trans Alp erfolgreich beenden. Was sagt deine Familie zu deiner Sportleidenschaft? Die sind meine größte Unterstützung. Ohne meine Familie hätte ich nicht so lange fahren können. Nur die Oma macht sich langsam Sorgen, Mit 25 Jahren muss man doch schon einen ordentlichen Beruf haben!!! Wo siehst du dich in 5 Jahren? Hoffentlich in einem Job, mit dem sich Leistungssport und Arbeit vereinbaren lässt. Was machst du denn gerade Beruflich? Im Moment mache ich ein Praktikum bei Reckitt Benckiser in Mannheim. Danach geht es an die Masterarbeit.Was danach passiert, ist noch komplett offen. Deine Stärken auf dem Rad? Bergauf Deine Schwächen auf dem Rad? Drops

Nicht mehr Lange und es geht schon los für Tom, wir drücken die Daumen dass alles klar geht in Südafrika!